Das barrierefreie Hotel HausRheinsberg
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Es werden verschiedene Arten des Heranfahrens von Rollstuhlfahrern an Toilette und Waschbecken im öffentlichen WC bewertet.

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barrierefrei im HausRheinsberg

 

Das barrierefreie Hotel - HausRheinsberg

HausRheinsberg
schwellenloser Zugang

Seit 2001 hat das HausRheinsberg, Hotel am See, ein in Deutschland einmaliges barrierefreies Hotel, seine Türen für Menschen mit Behinderung und deren Begleiter geöffnet.
Das Hotel liegt im brandenburgischen Rheinsberg, in unmittelbarer Nähe zum Schloss, rund 90 km nördlich von Berlin. HausRheinsberg wird betrieben von der HausRheinsberg gGmbH, einem Tochterunternehmen der Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin.

Ein Erfahrungsbericht von Helga Baasch

Sie war von 2002 bis 2009 4-mal mit Ihrer Mutter, Rollstuhlbenutzerin (Pflegestufe 3) und auch 4-mal mit ihrem Ehemann, gehbehindert, hörbehindert und sehbehindert, Gast des Hotels HausRheinsberg. Sie und ihre Angehörigen waren mit der Unterkunft und dem Service des Hotels voll zufrieden. Ob die Belange Blinder und taubstummer Gäste im Gestaltungskonzept des Hotels ausreichend berücksichtigt wurden, kann sie aus eigenem Erleben nicht einschätzen.

Die Bewertung der Barrierefreiheit erfolgt aus ihrer Sicht. Sie prüft an Hand der Mindeststandards der Kategorien A bis E für barrierefreie Beherbergungsstätten gemäß nationaler Zielvereinbarungen der Behindertenverbände und des Entwurfs der neuen DIN 18040 "Barrierefreies Bauen", Teil 1 und Teil 2, ob die Forderungen an die Barrierefreiheit weiterhin eingehalten werden.

Zugangs- und Eingangsbereiche sind leicht auffindbar und barrierefrei. Die Gebäudeeingangstüren öffnen und schließen sich automatisch. Zugänge haben keine größere Querneigung als 2,5% und Längsneigung als 3% haben. Bei stärkerer Neigung der Erschließungsflächen wurden Rampen oder Aufzüge angeordnet. Eine Rampe verbindet den Haupteingang mit dem Nebeneingang an der Uferpromenade.

Parkplätze für Gäste mit Behinderungen sind in der Nähe des Einganges bzw. in der Tiefgarage angeordnet. Die erforderliche Parkfläche 350cm x 500cm wird eingehalten. Parkflächen für Kleinbusse für Behinderte von je 350cm x 750cm sind vorhanden.

HausRheinsberg Uferpromenade
Mit Rollstuhl oder Scooter auf der Uferpromenade.
HausRheinsberg Gästezimmer Seeseite
Gästezimmer mit Blick vom Balkon zum See, Verbindungsgang zwischen den drei Gästehäusern.

Alle Verkehrsflächen, wie Gehwege und Flure in den Gebäuden haben eine nutzbare Breite von mind. 150cm, Durchgänge von 90cm. Eine barrierefreie Uferpromenade erlaubt es allen Gästen mit motorischen Einschränkungen entweder mit einem Rollstuhl oder Scooter diese zu befahren. Beide Hilfsmittel können im Hotel ausgeliehen werden.

Vor Aufzügen sind Warteflächen von 150cm x 150cm vorhanden. Sie überlagern sich nicht mit anderen Verkehrsflächen. Die Mindestkabinenfläche von 140cm x 110cm wird eingehalten. Ein waagerechtes Bedienungstableau in 85cm Höhe ist nicht nur für Rollstuhlbenutzer, sondern auch für sehbehinderte und blinde Gäste, in 85cm Höhe nutzbar. Rückspiegel, Handlauf sowie eine akustische Ansage sind vorhanden. Informationen sollen visuell, auditiv und taktil gestaltet werden. Es wird in der Norm das Zwei-Sinne-Prinzip gefordert. Bei den Aufzügen wird diese Forderung eingehalten.

Die Rezeption ist auch für Gäste mit Sehbehinderung, eingeschränktem Hörvermögen, Gehbehinderung, für Rollstuhlbenutzer sowie für Kleinwüchsige und Großwüchsige leicht auffindbar und nutzbar. Ein Platz an der Rezeption ist abgesenkt, so können Gäste auch im Sitzen bedient werden.

Die Zugänglichkeit der Gasträume ist für ALLE ist erfüllt. Das Restaurant, die Hotelbar, das Kaminzimmer, die Sporthalle und das Cafe Tucholsky sind barrierefrei erreichbar und nutzbar.

In den Gasträumen sind ausreichende Bewegungsflächen mit Wendemöglichkeit für Rollstuhlbenutzer, 150cm x 150cm, vorhanden.

Für Rollstuhlbenutzer sind im Gastraum unterfahrbare Tische mit einer Maximalhöhe von 85cm vorhanden. Einige Tische sind höhenverstellbar. Die Anforderungen der Kleinwüchsigen werden beachtet. Eine behindertengerechte Gästetoilette ist im Gastronomiebereich vorhanden.

HausRheinsberg Blick zum See
Doppelzimmer mit barrierefreiem Zugang zum Balkon, Blick auf den See vom Rollstuhl aus.

Die Gästezimmer, einschließlich Balkon sind ohne Stufen und Schwellen erreichbar. Die Eingangstür ist leicht bedienbar. Alle Gästezimmer sind an der Uferseite in drei 3-geschossigen Häusern, die untereinander durch Flure verbunden sind, untergebracht. Sie haben alle einen Balkon und von dort einen schönen Blick auf den See. Die Gästezimmer, die unmittelbar zum See liegen, haben vom Gästezimmer bereits den schönen Blick zum See. Rollstuhlbenutzer haben eine ausreichende Bewegungsfläche sowohl im Zimmer, als auch auf dem Balkon.

HausRheinsberg, Zimmertür
Die Zimmertür ist leicht bedienbar.
Die Mindest-Türbreite von 90cm wird eingehalten. Die Mindest- Breite an der Längsseite eines Bettes 150cm sowie vor Bedieneinrichtungen und Schränken von 120 cm wird bei allen Gästezimmern eingehalten.

Alle Gästezimmer sind zweckmäßig ausgestattet. Sie haben fest verlegte rutschhemmende Bodenbeläge und sind ausreichend beleuchtet. Eine Heizmöglichkeit im Bad und Gästezimmer ist vorhanden, die Temperatur kann individuell eingestellt werden.

Ein Fenster in den Gästezimmern wurde bis zum Fußboden gestaltet. Die Brüstungen der Balkone sind durchsichtig, dadurch ist die schöne Aussicht auf den See auch im Sitzen möglich.

Betten sind im Sockelbereich, offen, damit ist ein besseres Herantreten des Gastes möglich.

Die Standardhöhe für Bedieneinrichtungen, wie Lichtschalter, Steckdosen, Türöffner, Heizungs- und Lüftungsregler werden mit 85cm eingehalten.

Es werden wahlweise Hilfsmittel angeboten, wie Duschstuhl, Toilettenstuhl, Pflegebett, Bett mit erhöhter Liegefläche, Telefon mit großen Tasten für sehbehinderte Gäste, Klingelton als Blitzlicht für hörbehinderte Gäste. Dazu gibt es einen Hilfsmittelkatalog. Der Gast kann vor Anreise die von ihm gewünschten Hilfsmittel bestellen. Bei Anreise ist das Gästezimmer nach den Wünschen der Gäste ausgestattet.

In den Gästezimmern ist ein geräumiges Bad mit ausreichender Ablagefläche und bodengleiche Dusche vorhanden. Die Bewegungsflächen vor Sanitäreinrichtungen werden mit 150cm x 150cm für Rollstuhlbenutzer eingehalten. Im Bad dürfen sich die Bewegungsflächen überschneiden. Vorwandinstallationen sind mit Wandverstärker versehen, um Waschtisch und WC, bei Bedarf auch höhenverstellbar möglich, und diverse Stütz- und Haltegriffe am WC, Waschtisch und im Duschbereich problemlos anordnen zu können. Ein wandhängendes WC, 40cm x 70cm, hat eine Rückenlehne und eine Notruftaste an einem klappbaren Stützgriff. Die Bewegungsfläche von 90cm x 70cm wird an einer Seite des Wcs eingehalten.

Eine Einhebelmischarmatur mit längerem Hebel und herausziehbarem Brausekopf ist am Waschtisch und eine Armatur mit Temperaturbegrenzer im Duschbereich vorhanden.

HausRheinsberg, Kleiderschrank
Kleiderschrank mit Schiebetür, höhenverstellbare Kleiderstangen.
HausRheinsberg bodengleich Dusche
Bodengleiche Duschen ermöglichen ein Duschen mit dem Duschrollstuhl.
HausRheinsberg Waschtisch unterfahrbar
Unterfahrbarer Waschtisch mit Ablagefläche, der Blick in den Spiegel ist auch im Sitzen möglich.
HausRheinsberg Stütz- und Haltegriffe im Bad
Stütz- und Haltegriffe im Bad, hochklappbarer Stützgriff am WC mit Drücker- und Notruftaste

In Brandschutzkonzepten sind die Belange von Gästen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen in Abstimmung mit der örtlichen Feuerwehr zu berücksichtigen. Das kann aus meiner Sicht nicht beurteilt werden.

Es sind besondere Maßnahmen des Schallschutzes, insbesondere im Sanitärbereich, erforderlich. Aus meiner Nutzer- Sicht wurden sie eingehalten.

Kommunikationsanlagen, wie Türöffner- und Klingelanlagen, Gegensprechanlagen, Notrufanlagen und Telekommunikationsanlagen sind in die barrierefreie Gestaltung einbezogen. Der besondere Bedarf für Gäste mit Seh- und Hörbehinderungen wurde nach meiner Ansicht berücksichtigt.

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Autorinfo

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Alles barrierefrei bauen

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch

16761 Hennigsdorf OT Stolpe-Süd

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Spezialistin für Barrierefreies Bauen. Sie berät Bauherren, Planer und Betroffene.

Expertenseite

Zusatzinfo

Die Hotels in Deutschland verzeichneten 2009 eine Auslastung von 62%, 1 Million Betten standen leer.

Tipps

Orientierungshilfen
OrientierungshilfenIntegrative Leit- und Informations- systeme Erzeugnisse für die barrierefreie, taktile Ausgestaltung von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen.
Griffe im Bad
Griffe im BadHohe Designqualität für ästhetische Anforderungen.
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