Spielplätze sicher planen und instand halten
Praxisleitfaden für eine altersstufengerechte Gestaltung zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht mit Vorlagen und Checklisten auf CD-ROM
Autor: Reiner Waldmann
Immer wieder kommt es wegen mangelnder Kontrolle und Wartung auf Spielplätzen zu tragischen Unfällen. Betreiber von Spielplätzen sind zur regelmäßigen Kontrolle und Wartung verpflichtet, denn sonst drohen schnell Schadensersatzansprüche nach §823 BGB. Leider passieren immer noch viel zu viele Unfälle durch mangelnde Prüfung. Jetzt kann die Zeit genutzt werden, um Spielplätze fit für die neue Saison zu machen und u.a. folgende Fragen zu stellen:
- Entspricht z. B. die Fallhöhe den aktuellen DIN-Vorgaben?
- Hat der Winter einigen Geräten so zugesetzt, dass nun witterungsbedingter Verfall vorhanden ist?
- Wie gehen Sie bei Kontrollen vorschriftsmäßig vor?
Insbesondere zahlreiche kleine und mittlere Kommunen befinden sich in Deutschland in einer fatalen Kostenschraube: Spielplätze werden in der Sparte Neugerätebeschaffung minimal budgetiert, während die Unterhaltung mit dem drei bis sechsfachen des Neugerätebudgets ausgestattet wird, um Altgeräte Jahr um Jahr am Leben zu erhalten.
Durchdachte Spielplätze und generationenübergreifende Aktivitätsflächen schaffen ein lebenswertes Umfeld und bilden damit wichtige Grundlagen für eine Stadtentwicklung insgesamt. Daher sollte auch so mancher Stadtplaner die Kollegen vom Jugendamt und Kinderbüro nicht als Gegner, sondern als Partner erkennen. Denn Städte dürfen keine Designobjekte für den Erwachsenenblick, sondern müssen Lebens- und Wohlfühlräume für alle Generationen sein.
Leseproben
Intelligente Spielplätze – Begriffsdefinition
Bei allen möglichen Varianten der Gestaltung und Auslegung gibt es doch eine grundsätzliche Gemeinsamkeit: Alle Lösungen sollten das Ergebnis einer Planung sein, welche eine näherungsweise ideale Synthese aus Bedarfs- und Kostenorientierung abbildet. Was setzt diese voraus?
Die intelligente Spielfläche basiert auf einer dezidierten Bedarfsplanung, resultierend aus den Daten eines aktuellen Spielflächenkatasters und/oder der manuellen Erfassung von Umgebungsinformationen, welche da wären:
- Bevölkerungsdichte + angrenzende Spielflächen
- Aktuelle + zu schätzende zukünftige Zahl der Kinder
- Besiedlungsstruktur
- Soziale Situation
Darüber hinaus fließen in eine intelligente Spielplatzplanung die Erkenntnisse der Spielflächenpädagogik genauso ein wie die Umsetzung der Erfahrungswerte zu den Unterhaltskosten von Spielflächen und Spielgeräten. Umgesetzt bedeutet dies, dass neben der Orientierung an den Vorgaben der DIN 18034 eine Modellierung von Flächen sowie deren Einfriedung und Zuwegung sowohl bedarfs- als auch kostenorientiert ausfallen sollte. (Pflegeleichte ungiftige Pflanzen, Zugänglichkeit für Technik, laufende Kosten/Nutzen stoßdämpfender Materialien etc.)
Aktuelle Arten von Spielplätzen und Aktivitätsflächen
Betrachten wir nun die aktuellen Lösungsvariablen, die als Spielplätze und Aktivitätsflächen Verwendung finden, zunächst als Übersicht und folgend zusätzlich beschrieben:
Bespielbare Stadt | Altersstufenorientierter Spielplatz | Altersübergreifender Spielplatz | Integrativer Spielplatz | Spielpunkt | Interaktiver Spielplatz | Kinder-Agility-Parcours | Sand- und Matschbereich | Jugendtreff- und Aktivitätspunkt | Therapeutischer Spielplatz | Generationenübergreifender Spielplatz | Seniorenaktivitätsfläche | Multisportanlage | Pannafield | Abenteuerspielplatz
Integrativer Spielplatz
Integrative Spielplätze verfolgen in ihrer Gestaltung das Ziel, Kinder mit und ohne geistigen und körperlichen Einschränkungen im Spiel zusammenzuführen. Ziel ist in erster Linie die Steigerung des Selbstwertgefühls und des Sozialverhaltens. Die Spielfläche selbst muss dazu barrierefrei angelegt sein.
Im ersten Ansatz verbindet man den Begriff "barrie-refrei" zunächst ausschließlich mit Rollstuhlgebundenen Personen. Betrachtet man dagegen die tatsächlichen statistischen Werte, liegt die Zahl der "Rolli"-fahrenden Kinder jedoch an hinterster Stelle: Etwa 0,3 % der Kinder in Deutschland sind an den Rollstuhl gebunden, 4 % leben mit vorherrschend geistigen Einschränkungen und etwa 9 % mit vorherr-schend körperlichen Einschränkungen. (Quelle: KOMPAN Play Institute, 2006)
Die Aufgabe bei der Entwicklung barrierefreier integrativer Spielgeräte besteht darin, aufforderungsintensive Spiel- und Bewegungsformen mit Zugangs- und Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen, die für alle Kinder einen wiederkehrenden Spielwert bedeu-ten. Nur dadurch ist gewährleistet, dass sowohl Kinder ohne als auch Kinder mit Einschränkungen wiederholtes Interesse am alleinigen und gemeinsamen Spiel zeigen.
Therapeutischer Spielplatz
Therapeutische Spielplätze sind durchweg in geschlossenen Therapieeinrichtungen zu finden. Sie dienen ausschließlich der Behandlung von Kindern mit schwerwiegenden Einschränkungen. Die Geräte sind speziell für Therapiezwecke entwickelt und fallen daher nicht unter die Regelungen der DIN EN 1176.
Generationenübergreifender Spielplatz
Senioren
Die stärkste Nutzergruppe der Mehrgenerationen- und Seniorenplätze finden wir in dieser Zielruppe. Der zeitlichen Entwicklung entsprechend haben wir eine immer größer werdende Bevölkerungsstruktur älterer Mitmenschen. Der Schritt aus dem Berufsleben in den Ruhestand ist für viele ein unklarer und unsicherer Schritt. Je nach Gesundheitszustand und körperlicher Fitness muss das Leben neu organisiert werden. Ausschlaggebend für die Veränderungen innerhalb dieser Lebensphase ist die Entwicklung der Wahrnehmungs-, Bewegungs- und Mitteilungsfähigkeit. Abhängig vom Zustand und von Veränderungen dieser Lebensfaktoren verändert sich auch die körperliche und geistige Mobilität.
Gestaltungsmerkmale
 Zonierung des Platzes als Gestaltungsprinzip Konzepte zur Planung von Mehrgenerationen- und Seniorenplätzen fallen sehr unterschiedlich aus. Abhängig vom Budget und den persönlichen Anforderungen des Bauherrn ergeben sich anders geartete Anforderungsprofile, die erfüllt werden müssen. Dennoch zeigt sich bei der Planung, dass es immer wiederkehrende Gestalungslemente gibt, die zu beachten sind:
Grundsätzlich sollen alle Plätze barrierefrei und unter Berücksichtigung der angeführten Richtlinien und Normen geplant und erstellt werden.
Eine Zonierung der jewieligen Platzanlagen in Orte der Begegnung, Orte der Ruhe und Orte der Bewegung erweisen sich als vorteilhaft, um die unterschiedlichen Interessen der vorab beschriebenen Personengruppen gezielt parallel präsentieren zu können.
Bei nicht öffentlichen Bauherren und Trägern von Senioren- und Altenpflegeheimen ist die Gestaltung der Außenbereiche besonders wichtig. Nachweislich tragen die gestalteten Außenanlagen zum Wohlbefinden der Bewohner bei. Die Park- oder Gartenanlage bietet einen Ausgleich für das Alltagsleben im Seniorenheim. Hier finden die Bewohner Orte der Ruhe, die Möglichkeit, nach ihren Kräften Erlebnispfade zu durchlaufen, Duftgärten zu durchstreifen und gemütlich auf der Parkbank zu sitzen und die Natur in ihrem Jahresrythmus zu genießen. Der Besuch des Gartens wird zum Erlebnis und ein Ort der Begegnung und Erholung.  Entwurfsplan des Aussengeländes vom Heinrich-Grüber-Haus in Neuss
Spielplätze sicher planen und instand halten
Praxisleitfaden für eine altersstufengerechte Gestaltung zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht mit Vorlagen und Checklisten auf CD-ROM
zum Preis 98 EURO (inkl.7% MwSt. und inklusive Versandkosten für nullbarriere Kunden.) |