VDI 6008 "Barrierefreie und behindertengerechte Lebensräume"
Anforderungen an die Elektro- und Fördertechnik
Barrierefreiheit ist Grundlage für selbst bestimmtes Leben
jeden Alters. Neue Technologien können dazu einen wertvollen Beitrag leisten.
Die Menschen sollen sich schon frühzeitig an die Techniken und Geräte
gewöhnen können.
Im folgenden einige wissenswerte Inhalte.
1 Geltungsbereich und Zweck
Die vorliegende Richtlinie behandelt Anforderungen und Lösungswege in und an
Gebäuden für ältere oder kranke oder behinderte Menschen, unabhängig vom
jeweiligen sozialen Konzept ihrer Betreuung, hinsichtlich der
- Bedienungs- und Meldeelemente,
- Elektrotechnik,
- Kommunikationstechnik,
- Sicherheitstechnik,
- Beleuchtungstechnik,
- Fördertechnik
und ihrer jeweils sinnvollen Kombinationen. Die elektrotechnischen
Komponenten erstrecken sich auch auf Bestandteile der übrigen Technischen
Gebäudeausrüstung und Einrichtung.
Behandelt werden folgende Gebäude- und Wohnformen:
- Wohngebäude, als Einzelwohnungen oder Wohnanlagen
- Seniorenwohnungen, Betreutes Wohnen
- Senioren- und Pflegeheime
- Tageseinrichtungen, Tagespflegestätten, Hospize
Arbeitsstätten werden nicht behandelt.
Die Richtlinie wendet sich an folgende Zielgruppen:
- Planer als Architekten und Ingenieure
- ausführende Firmen
- Beratungsstellen (z.B. Wohnraumanpassung)
- Wohlfahrtsverbände und caritative Einrichtungen
- Kommunale und staatliche Bauämter
- Bauherren und Investoren
- Wohnungswirtschaft
- betroffene Menschen und deren Angehörige
- Schulungs- und Ausbildungseinrichtungen
- Krankenkassen und weitere Kostenträger für technische Maßnahmen im Sinne
der Richtlinie (SGB 5, 9, 11)
4.3 Installationshinweise
Der Einbau von Leerdosen in unterschiedlichen Höhen bei der Erstinstallation
dient der Vorbereitung einer späteren nutzungsspezifischen Anpassung (siehe
auch Abschnitt 12).
Die Verwendung von kabellosen Bedienelementen - wie z. B.
Unterputz-Fernbedienungen, die nach außen wie ein "normaler" Schalter
wirkt, aber keine UP-Dose benötigt, sondern direkt auf die Wand, das Bett oder
anderen Orten geklebt werden kann - bieten die höchste Flexibilität für
ortveränderbare Schalter.
5 Umfeldsteuerung
... Durch eine umfassende Umfeldsteuerung kann die Selbständigkeit und die
persönliche Sicherheit von Betroffenen erhöht und damit eine weitgehend
eigenständige Lebensführung erhalten oder ermöglicht werden. ...
9.1 Notrufsysteme
9.1.1 Hausnotrufanlagen in Einzelwohnungen
Außerhalb von Heimen und Residenzen kommen in privaten Einzelwohnungen oder
auch Einfamilienhäusern Hausnotrufgeräte zum Einsatz. Die angerufenen Personen
sind informiert und können notwendige Maßnahmen einleiten.
Hilferufe werden über Signaltaster...
9.1.2 Notrufsysteme in Heime und Residenzen
In vielen Fällen werden Pflege und Wohnheime wie Krankenhäuser geplant. Aus
diesem Grunde kommen Notrufsysteme nach der Lichtrufnorm DIN 0834 zum Einsatz.
Im Jahre 2000 wurde der Titel dieser Norm in "Rufanlagen für
Krankenhäuser Seniorenheime und Justizvollzugsanstalten" geändert, ...
11.2 Schalten der Beleuchtung
Der Beleuchtungssteuerung (siehe auch Abschnitt 5.2.4) kommt eine besondere
Bedeutung zu, weil eine gute und im richtigen Moment vorhandene Beleuchtung
hilft, Unfälle und deren Folgen zu vermeiden. Mechanische Lichtschalter sollen
sowohl im Hellen als auch im Dunkeln einfach zu finden und zu bedienen sein.
Befindet sich die zu schaltende Beleuchtung nicht im Sichtbereich des Schalters,
muss eine Rückmeldung erfolgen, ob die Schaltung ausgeführt wurde.
Bei eingeschränktem Seh- oder Tastsinn sind besonders gut sichtbare und gut
beleuchtete Schalter vorzusehen, die entsprechend einfach zu finden sind. Die
Verwendung von Druckfolgetastern vereinfacht die Bedienung zusätzlich. Bei den
meisten Schaltern handelt es sich um Wippschalter, ...
Schalter sollen taktil erkennbar sein und sich kontrastreich von der Wand
absetzen(z.B. durch Verwendung eines dunklen Rahmens). Aufklebbare Piktogramme,
die mindestens 1 mm erhaben und 25 mm bis 50 mm groß sind, sind leicht
nachzurüsten (siehe Abschnitt 12).
...
11.6 Elektrotechnische Ausstattung
Tabelle 2 macht Vorschläge für die Anzahl und die Position von elektrischen
Einrichtungen unter verschiedenen Aspekten.
Tabelle 2. Ausstattung von Wohnungen
Die Tabellen werden auf CD-ROM zur Erarbeitung eigener Checklisten
mitgeliefert.
- Zugang/Wohnungstür
- Terrasse/Balkon
- Treppenraum
- Wohnzimmer (gekürzt)
- Flur
- Schlafzimmer
- Notrufsystem
- Keller
- Garage
- Küche
- Bad
[Auszug Tabelle 2]
| Einstufung nach |
Kom- fort |
Barrierefreiheit |
"VDI-6008- Sternen" |
Zugäng- lich für |
Unterstützung für |
| Kategorien |
1a |
1b |
2 |
3 |
4a |
4b |
5a |
5b |
6 |
7 |
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* |
** |
*** |
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| Wohnzimmer |
| Mindestens zwei Beleuchtungskreise (dimmbar) |
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| Schalter für Beleuchtung auch an Terrassen-/Balkontür |
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| Orientierungsbeleuchtung (Licht durch Bewegungsmelder) |
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| Doppelsteckdose an jeder Wand |
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| Schalter für Terrassen-/Balkonbeleuchtung |
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| Schalter für Steckdose Terrasse/Balkon |
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| Notrufsystem |
| Bei Einzellösungen Steckdose mit sep. Absicherung und FI |
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| Bei Notruf: Licht an, Rolläden hoch, Radio/TV abschalten |
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Empfohlen
Vorbereitet (siehe Abschnitt 4.3 Installationshinweise und Abschnitt 11.7 Anforderungen an die Technik)
Erforderlich
Die Kategorie 7 berücksichtigt Bedürfnisse von z. B. Kindern, Elternteilen mit
kleinen Kindern, oder kleinwüchsigen Menschen. |
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